Presenting… Veronika Winter

Klimakrise im Unterricht

16. Dezember 2025 von Redaktion (Rudolphina)
Die Klimakrise ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. So sollte sie auch eine wichtige Rolle im Unterricht einnehmen. Veronika Winter erforscht in ihrer Dissertation, wie angehende Biologie-Lehrkräfte mit Klimawandel-Unterricht umgehen.
Wie denken zukünftige Lehrer*innen über Klimabildung – und wie vermitteln sie den Klimawandel im Unterricht? In diesem Video gibt Veronika Winter Einblicke in ihre Forschung: Die PhD Kandidatin der Doctoral School in Education erklärt, wie die Einstellung von Biologie-Lehramtsstudierende zum Klimawandel mit der Intention, das Thema tatsächlich zu unterrichten, zusammenhängen. © Universität Wien

Die Klimakrise sollte laut Veronika Winter fest im Bildungssystem verankert sein. "Gerade junge Menschen haben weit verbreitete Zukunftsängste und brauchen Lehrkräfte, die sich kompetent fühlen, dieses Thema handlungsorientiert zu unterrichten. Die wissenschaftliche Komplexität, politische Kontroversen oder eigene Unsicherheiten lassen das Thema aber oft unter den Tisch fallen", hat sie beobachtet und ist der Meinung, dass es hier es eine gezielte Vorbereitung im Rahmen des Studiums braucht sowie bessere Unterrichtsbedingungen an den Schulen.

Die Wissenschafterin findet es dabei nicht sinnvoll ein eigenes Unterrichtsfach zu Klimabildung einzuführen, sondern es sollte jedes Fach überlegen, was der jeweilige Beitrag zu diesen Themen ist. "In der Biologie geht es zum Beispiel darum, wie Natur- und Klimaschutz Hand in Hand gehen können, oder wie sich Extremwetter auf die menschliche Gesundheit auswirken und wir daher unsere Städte anpassen müssen. Viele Lehrkräfte und Schulen sind schon längst auf dem Weg und möchten Klimaschutz-Projekte umsetzen, aber oft fehlt es schlicht an Zeit und Ressourcen."

Lösungen für den Klimaschutz

In ihrer Dissertation an der Plattform für Didaktik der Naturwissenschaften untersucht sie konkret, was angehende Biologie-Lehrkräfte über Klimawandel-Unterricht denken. "Besonders spannend finde ich dabei, wie relevant sie das Thema finden und ob sie Hürden bei der Umsetzung, wie z. B. Beschwerden von Eltern, wahrnehmen. Ebenso interessiert mich, wie sie Klimabildung später im Unterricht vermitteln möchten: Geht es eher um die Ursachen und Folgen, oder auch wie Lösungen für den Klimaschutz erreicht werden können?" 

Gerade die persönlichen Überzeugungen von Lehramtsstudierenden zum Thema Klimawandel-Unterricht findet Winter spannend. Dabei interessiert sie besonders, wie diese Überzeugungen mit der Art und Weise, das Thema zu unterrichten, und der Qualität des Unterrichts zusammenhängen. "Die Erkenntnisse aus meiner Doktorarbeit sollen dabei helfen, Seminare im Biologie-Lehramtsstudium so zu gestalten, dass sich die Studierenden für das Unterrichten dieses anspruchsvollen Themas besser vorbereitet fühlen", so Winter.

Die Perspektive von Biologie-Lehramtsstudent*innen

In ihrer Doktorarbeit verwendet sie sowohl qualitative als auch quantitative empirische Methoden. Zunächst hat Veronika Winter und ihr Team in einer explorativen Studie mit offenen Fragen recht allgemein die Perspektiven von Biologie-Lehramtsstudent*innen erhoben. In einem zweiten Schritt ging es dann um eine größere, annähernd repräsentative Fragebogen-Erhebung, um möglichst robuste Aussagen treffen zu können. "Im letzten Teil gehen wir einen Schritt weiter und schauen uns an, wie die professionellen Kompetenzen der Studierenden im Rahmen eines Seminars gefördert werden können, sozusagen in einer Interventionsstudie", so die Doktorandin.

Konstruktiver Umgang mit polarisierendem Thema

Laut Veronika Winter können Lehrkräfte Multiplikator*innen für klimafreundliche Normen, Werte und Verhaltensweisen sein. "Sie sind auch diejenigen, die die junge Generation auf die Herausforderungen der Klimakrise vorbereiten. Durch Klimabildung können sie Schüler*innen aufzeigen, wie ein handlungsorientierter, konstruktiver Umgang mit diesem doch polarisierenden Thema aussehen kann." 

Weiters ist Winter der Meinung, dass die Bildung über die Ursachen, Folgen und Lösungen für die Klimakrise zentral für eine klimagerechte Transformation der Gesellschaft sei: "Wir müssen lernen, Klimaschutz-Maßnahmen wissenschaftlich und moralisch zu bewerten, zum Beispiel was wirklich effektiv und ökologisch ist, und was sozial gerecht ist. Es geht auch darum zu lernen, wie man mit unterschiedlichen Perspektiven umgeht und zu einer gemeinsamen Lösung kommt, denn die Klimakrise betrifft schon längst alle Generationen."

© Veronika Winter
© Veronika Winter
Veronika Winter ist Doktorandin am Österreichischen Kompetenzzentrum für Didaktik der Biologie an der Uni Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Überzeugungen und Unterrichtsintentionen von Biologie-Lehramtsstudierenden in der Klimabildung sowie fachdidaktisches Wissen für Klimawandel-Unterricht.